Das Futter für den Grünen Leguan:

Der Grund, warum ich diese Seite geschrieben habe, ist der, dass ich mindestens einmal in der Woche über die richtige Ernährung des Grünen Leguans gefragt werde. Oder aber, was noch schlimmer ist, ich mit total fehlernährten Tieren konfrontiert werde.
Ich kann aber auch nicht mehr machen, als Dr. Gunther Köhler "nachzuerzählen", der ja in seinem Buch "Der Grüne Leguan" alles beschreibt, was er als Tierarzt und Terrarianer untersucht hat.
Ich möchte auch noch an Berthold Kroker verweisen, der sich sehr intensiv mit der Ernährung des Grünen Leguans befasst und dazu einen sehr interessanten Vortrag auf der Iguana Fachtagung (1999), gehalten sowie im Iguana Rundschreiben einen ausführlichen Artikel dazu verfasst hat. Auch von ihm zum Teil "abgeschrieben" mit seiner Genehmigung.

Ich halte nun seit etwa 14 Jahren Grüne Leguane, am Anfang hieß es noch, Jungtiere und trächtige Weibchen sollten auch Insekten und nestjunge Mäuse und Ratten erhalten. Dr. Gunther Köhler hat nun durch umfangreiche Untersuchungen an freilebenden Leguanen sowie Sektion toter Tiere, Magenuntersuchungen usw. belegt, dass Grüne Leguane reine Vegetarier sind. Er empfielt folgende Zusammensetzung:
weniger als 10% Fette, ca. 15% Proteine, über 12% Kohlenhydrate, das heißt:
Futter

40-70% Blätter, Kräuter, Keimlinge und Sprossen
10-15% Karotten
0- 5% Zucchini, Gurken, Tomaten, Paprika o.ä.
5-10% Früchte,
3- 5% Haferflocken,
2% Hefeflocken,
2% Weizenkeime.


Foto von Berthold Kroker

Ebenfalls sehr wichtig, das Calcium-Phospor-Verhältnis, es sollte Calcium (Ca) zu Phosphor (P) 1,5 : 1 betragen. Eine Tabelle der wichtigsten Inhaltsstoffe ist ebenfalls im Buch Köhlers.
Eine heikle Sache ist das Vitamin D3 "Sonnenlichtersatz", sehr wichtig, größter Nachteil, Überdosierung mindestens genauso gefährlich als Unterversorgung. Wöchentliche Richtdosierung 50-100 I.E. je kg Körpergewicht. (Köhler 1998)
Die "Formel" von Berthold Kroker(Körpermasse des Tieres in kg x empfohlene wöchentliche Richtdosierung x 1000) / (angegebene I.E. des Präparates pro kg) = wöchentliche Menge in Gramm gefällt mir ganz gut.
Ich habe mich schon vor einigen Jahren mit Berthold Kroker unterhalten, der damals eine Nachzucht von 71 kerngesunden Grünen hatte, seine Tiere hatten nie tierische Nahrung, Eier oder ähnliches erhalten. Er hält nun seit neun Jahren Grüne Leguane, hatte noch nie ernährungsbedingte Krankheiten und schwört daher auf seine Futtermischungen, und die sehen wie folgt aus.

Wiesenmischung: Löwenzahn und verwandte Korbblütler, Rotklee, Weißklee, Hornklee, Breitwegerich, Spitzwegerich, Wiesenwicke, Wiesen Bärenklau, Milchdiestel, Wilde Möhre, Rote Taubnessel, Weiße Taubnessel, Labkraut, Vogelmiere, Kleine Braunelle, Gänseblümchen, geraspelte Karotten und Zucchini, Haferflocken, Weizenkleie, Korvimin ZVT (Vitaminpräparat)

Gartenmischung: Blätter verschiedener Pflanzen wie Rettich, Radieschen, Himbeere, Brombeere, Holunder, Zwiebeln, Karotten. Verschiedene Salate, Kresse, Oregano, Zitronenmelisse, Bibernelle, Petersilie, Schnittlauch, Früchte wie Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Johannisbeeren, Kirschen, Äpfel, Birnen. Gemüse: Gurke, Tomaten, Paprika, Karotten, Zucchini, Haferflocken, Weizenkleie, Korvimin ZVT (Vitaminpräparat)

Wintermischung: Verschiedene Salat-, Gemüse- und Obstsorten: Paprika, Gurke, Karotten, Zucchini usw. Banane, Kiwi, Melone usw. Keimlinge von Alfalfa, Linsen, Radieschen, Kresse usw. Haferflocken, Weizenkleie, Korvimin ZVT (Vitaminpräparat)

Es sollte versucht werden, soviele verschiedene Sorten wie möglich zu verwenden.
In der Natur kennen Leguane, was ihnen bekommt und was nicht, in der Terrarienhaltung geht dies wahrscheinlich verloren. Bei uns sollen sie Rhabarber und Sauerampfer (fördert Gicht), Spinat, Beinwell (können Krämpfe herforrufen), Buchweizen (Bindehautentzündung) und Kohl (kropferzeugend) nicht zuviel erwischen.
Kräuter und Gewürzpflanzen auch nicht zuviel auf einmal. Südfrüchte wie Orangen, Mandarinen usw. auch nicht zu oft, sie enthalten sehr viele Säuren. Bananen schneiden auch nicht sehr gut ab.